Zum Tod von Maurice White: 5 HipHop Tracks, die Earth, Wind & Fire samplen

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07 Feb Zum Tod von Maurice White: 5 HipHop Tracks, die Earth, Wind & Fire samplen

Vergangenen Mittwoch verlor die Musikwelt mit Maurice White eine weitere internationale Größe. Als Gründungsmitglied, Sänger, Schlagzeuger und Songwriter von Earth, Wind & Fire hatte White die Musiklandschaft seit 1969 nachträglich geprägt. Nach einem langwierigen Parkinson-Leiden verstarb der siebenfache Grammy-Gewinner nun im Alter von 74 Jahren.

Earth, Wind & Fire veröffentlichten über die Jahrzehnte ganze 21 Studioalben und sprengten dabei die Genregrenzen zwischen R&B, Funk, Soul, Pop, Disco und Jazz. Ihr Sound füllte insbesondere in den 70er und 80er Jahren weltweit die Tanzflächen und Konzertsäle und brachte der Band zahlreiche Preise und Ehrungen ein. Bis zum heutigen Tag verkauften sich ihre Platten über 90 Millionen mal.

Kein Wunder, dass Earth, Wind & Fire auch einen maßgeblichen Einfluss auf die HipHop-Kultur hatten. Nicht nur kollaborierten sie mit einer Handvoll Rap-Künstlern (wie beispielsweise Ol‘ Dirty Bastard und Wyclef Jean) oder wurden als „Blueprint“ für die eigene Bandformation benutzt (laut Q-Tip so geschehen bei A Tribe Called Quest). Natürlich wurden auch unzählige EWF-Songs als Sample-Quelle benutzt und liegen damit einigen der beliebtesten HipHop-Tracks der Geschichte zugrunde.

Wir haben für euch 5 prominente Beispiele herausgesucht:

1. Big Pun feat. Joe – „Still Not A Player“

Für seinen größten Hit bediente sich Big Punisher bei dem unter Sample-Diggern beliebtesten Earth, Wind & Fire-Song. So lieferte „Brazilian Rhyme“ ebenfalls den richtigen Groove für Songs von Eazy-E, MF Doom, Black Eyed Peas und mindestens 50 anderen Tracks.

„Brazilian Rhyme“

2. Jay-Z feat. Jaz & Amil – „Nigga What, Nigga Who (Originator 99)“

Selbst ein Produzent wie Timbaland, der gemeinhin eher für seine vertrackten Synthie-Kompositionen bekannt ist, ließ sich von den Licks im Intro von EWFs „Sunshine“ etwas mehr als nur inspirieren und borgte sich diese kurzerhand aus, um daraus einen von Jay-Zs absoluten Klassikern zu basteln.

„Sunshine“

3. Main Source feat. Nas, Akenyele & Joe Fatal – „Live At The Barbecue“

Ein weiterer God MC kickte sogar den Verse, der ihm zu seinem Durchbruch verhalf, über ein Sample von EWF. Bevor Main Source Nas als Feature auf den Track „Live At The Barbecue“ holten, war der Rapper aus Queens quasi ein No-Name. Nachdem er  jedoch  mit seinem Part nach allen Regeln der Kunst gekillt hatte, hatte ihn plötzlich jeder auf dem Schirm und seine steile Karriere begann ihren Lauf.

Leider konnten wir für das entsprechende Sample, das dem Soundtrack „Sweet Sweetback’s Baadasssss Song OST“ entstammt und von Large Professor entsprechend modifiziert in Szene gesetzt wurde, keine frei zugängliche Audioquelle finden.

4. Torch – „Wir waren mal Stars“

Bei EWFs Megahit „Fantasy“ handelt es sich um das zweitbeliebteste Sample aus ihrem opulenten Song-Katalog. Die prägnante Intro-Melodie wurde gleich von mehreren Rap-Hits in prominenter Weise inkorporiert. Neben dem hier präsentierten Deutschrap-Klassiker von Torch ist dies beispielsweise auch bei Three 6 Mafias „Smokin On Da Dro“ und „Shawty“ von Plies und T-Pain der Fall.

„Fantasy“

5. Joey Bada$$ – „Two Lips“

Nicht annähernd so bekannt wie die zuvor vorgestellten Songs, zeigt „Two Lips“ von Joey Bada$$ zweierlei: Zum einen, dass sich selbst ein Digger par excellence wie J Dilla nicht zu schade war, den Funk einer derart bekannten und „mainstreamigen“ Band wie Earth, Wind & Fire zu samplen. Zweitens lässt sich hier feststellen, dass auch heute noch der musikalische Nachlass von EWF und Maurice White in der Musik der jüngsten Generation von Rap-Stars weiterlebt.

„Clover“

R.I.P.