Wer sind die Rap-Legenden auf dem neuen Macklemore & Ryan Lewis-Album?

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22 Feb Wer sind die Rap-Legenden auf dem neuen Macklemore & Ryan Lewis-Album?

Nach über 3 Jahren ohne Albumrelease werden sich Macklemore & Ryan Lewis am kommenden Freitag mit ihrem neuesten Werk „This Unruly Mess I’ve Made“ zurückmelden. Im Herbst 2012 war ihre letzte LP „The Heist“ erschienen und hatte die beiden Jungs aus Seattle in ungeahnte Popularitäts-Sphären katapultiert.

Doch nicht jedem schmeckte der plötzliche Erfolg der beiden Weißbrote mit den eingängigen Melodien und poppigen Hooks. Wie üblich in vergleichbaren Fällen (z.b. Iggy Azelea) wurde vielfach die Vermutung geäußert, dass sich hier jemand der gängigen Praktiken der HipHop-Kultur bedienen würde, ohne je selbst ernsthaft in diese involviert gewesen zu sein. Wie Macklemore auf „White Privilege II“ vom neuen Album thematisiert, meist mit dem impliziten, häufig genug aber auch expliziten Vorwurf, er würde als weißer Amerikaner die „schwarze Kultur“ HipHop „ausbeuten“, jedoch durch seine Hautfarbe den Zugang zum weißen Mainstream-Publikum finden, der anderen (womöglich talentierteren), schwarzen Künstlern verwehrt bliebe.

Wie „White Privilege II“ zeigt, nimmt Macklemore diese Anschuldigungen alles andere als auf die leichte Schulter und setzte sich in dem fast 9 minütigen Song intensiv mit seiner zwiespältigen Rolle als Weißer in einer vornehmlich von Afro-Amerikaner und Latinos geprägten Subkultur auseinander. Um aber auszuschließen, dass jemand seine Zugehörigkeit zu dieser Kultur in Frage stelle oder man ihm unterstellen könnte, er würde die HipHop-Vorväter nicht in Ehren halten, die einst die Türen für Künstler wie ihn geöffnet hatten, setzte Mack bereits zuvor ein Zeichen.

Als frühzeitige Auskopplung erschien bereits letzten Sommer die Single „Downtown“ auf der er mit Grandmaster Caz, Melle Mel und Kool Moe Dee gleich drei Legenden aus HipHops Anfangstagen featurete. Wie sich nun Donnerstag herausstellte sind die drei aber nicht die einzigen TrueSchool-Vertreter auf „This Unruly Mess I’ve Made“. Zusammen mit KRS-One und DJ Premier entstand der Track „Buckshot“, auf der der Aerosol-Kunst als weiterer elementarer HipHop-Disziplin gehuldigt wird. Macklemore unterstreicht mit den Song also weiter seine Szene-Affinität.

Da jedoch die Allermeisten von Macklemores Fans wohl nicht einmal geboren sein dürften, als seine jüngsten/ältesten Kollaborations-Partner die Großtaten vollbrachten, die ihnen Plätze im HipHop-Olymp sicherten, wollen wir die fünf Herren hier noch einmal in aller Kürze vorstellen.

Grandmaster Caz

Grandmaster Caz aka Casanova Fly war bereits Mitte der 70er Jahre einer der prominentesten Charaktere auf den Park Jams der South Bronx. Unter anderem machte er sich einen Namen als derjenige, der als erster gleichzeitig rappte und als DJ auflegte. Die Live-Tapes zusammen mit seiner späteren Crew den Cold Crush Brothers verbreiteten sich New York-weit und inspirierten Teenager aus anderen Vierteln dazu ebenfalls zu rappen. Sein Raps erfreuten sich einer derarten Beliebtheit, dass sogar Big Bank Hank von der Sugarhill Gang einen Part von Caz auf deren Platin-Hit „Rappers Delight“ zweckentfremdete.

Melle Mel

Melle Mel war ebenfalls bereits in den 70ern eine Größe. Zu einer Zeit als der DJ noch eine weitaus prestigeträchtigere Rolle einnahm als der Rapper, war er Teil der Crew eines der bahnbrechendsten DJs der Ära. Und nicht nur das: in Grandmaster Flashs Furious Five war Melle Mel der MC mit den meisten Fähigkeiten. Im Gegensatz zu den Cold Crush Brothers gelang den Furious Five auch zu Beginn der 80er eine erfolgreiche Karriere in der Musikindustrie. Ihr Song „The Message“, auf dem Melle Mel den Großteil der Vocals beiträgt, wird für immer ein HipHop-Evergreen bleiben.

Kool Moe Dee

Kool Mo Dee begann Ende der 70er als Teil der Treacherous Three und hatte mit der Gruppe Anfang der 80er auf Enjoy Records und Sugar Hill Records einige Single Erfolge. Nach der Trennung legte Kool Moe Dee bis Anfang der 90er Jahre eine erfolgreiche Solo-Karrie mit einem Platin- und einem Gold-Album sowie einer der ersten Grammy-Auszeichnung für einen Rapper hin. Er gilt außerdem als Erfinder des auch hierzulande so beliebten „Double-Time“-Flows und führte eine der legendärsten Rap-Fehden gegen LL Cool J.

KRS-One

KRS-One („Knowledge Reigns Supreme Over Nearly Everyone“) ist immer noch eine Rap-Ikone, die ihres gleich sucht. Zwar erntete der aus der Bronx-stammende Rapper für seine Rolle als der „Teacha“ inklusive der damit einhergehenden Zeigefinger-Attitude ab Ende der 90er reichlich Hohn, dennoch ist in vielen der „Best MC Of All Time“-Listen der HipHop-Gelehrten nach wie vor ein Top 10-Platz für ihn reserviert. Stilistisch wie auch durch seine politischen Inhalte revolutionierte KRS Mitte der 80er Jahre das Rapgame. Die beiden Boogie Down Productions-Alben „Criminal Minded“ und „By All Means Necessary“ werden als absolute Klassiker betrachtet und mit u.a. „MCs Act Like They Don’t Know“, „Sound Of Da Police“ oder „Step Into A World“ schuf KRS einige unsterbliche Rap-Hymnen.

DJ Premier

Von allen Genannten ist wohl DJ Premier auch heute noch am relevantesten. Immerhin landete der ursprünglich aus Houston stammende Produzent erst letztes Jahr einen Beat auf Dr. Dres Comeback-LP „Compton“. Nicht wenige sehen in Premier sogar den vielleicht größten Rap-Produzenten aller Zeiten, lieferte er doch für Unmengen an Hits und Klassiker-Alben der sog. Goldenen Ära den distinktiven Sound. Z.B. bei seinen Beiträgen auf Nas „Illmatic“, Biggies „Ready To Die“ oder Jay Zs „Reasonable Doubt“. Darüber hinaus bildete Primo zusammen mit Guru als Gang Starr eine der beliebtesten Rap-Gruppen aller Zeiten.