Way Back When: Netflix releast Serie „The Get Down“ über die Anfänge von HipHop

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10 Jan Way Back When: Netflix releast Serie „The Get Down“ über die Anfänge von HipHop

Seitdem Netflix mit „House Of Cards“ 2013 erstmals mit einer eigens produzierten Serie an den Start ging, fällt der Streaming-Riese mit einer bemerkenswerten Qualitätsdichte in seinen Serienproduktionen auf. Nun kündigte man mit „The Get Down“ ein neues Projekt an, das insbesondere in der HipHop-Community für Aufmerksamkeit sorgen sollte. Denn die Serie dreht sich um die Erlebnisse einer Handvoll junger schwarzer und hispanischer Protagonisten im New York der 70er Jahre und beleuchtet anhand ihrer Geschichten die zu dieser Zeit aufkeimende HipHop-Kultur sowie die sozialen, politischen und kulturellen Umstände, aus der diese damals entstand.

Der nun veröffentlichte Trailer von „The Get Down“ fällt zunächst vor allem durch seinen authentischen Look auf. Wer mit Filmen wie „Wild Style“, „Beat Street“, „The Warriors“ oder auch den Photographien von Jamal Shabazz, Martha Cooper und Henry Chalfant vertraut ist, sollte allein durch diesen 3-minütigen Sneakpeak attestieren können, dass das Produktionsdesign hier volle Arbeit geleistet zu haben scheint.

Die visuelle Bildgewalt kommt nicht von ungefähr. Verantwortlich für „The Get Down“ ist der australische Regisseur Baz Luhrmann, der bereits mit Filmen wie Moulin Rouge oder zuletzt The Great Gatsby in Sachen Opulenz und Detailverliebtheit Maßstäbe setzte. Während Luhrmann als ausführender Produzent, Drehbuchautor und Regisseur mehrerer Episoden fungiert, ist seine Ehefrau Cathrine Martin als Kostüm- und Produktionsdesignerin mit von der Partie. Bereits seit Moulin Rouge verpasst sie den Projekten ihres Gatten das richtige Aussehen und wurde für ihre Arbeit auch bereits mit dem Oscar ausgezeichnet.

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Während also auf der visuellen Ebene nichts anbrennen dürfte, holte Luhrmann sich auch für die inhaltlich kohärente Darstellung der South Bronx und dem dort herrschenden sozialen und kulturellen Klima einen äußerst kompetenten Berater. So fungierte bei „The Get Down“ mit Grandmaster Flash einer der Urväter der HipHop-Kultur als Berater und „Associate Producer“.

Grandmaster Flash wird gemeinhin als Teil der HipHop-Dreifaltigkeit – bestehend aus ihm, DJ Kool Herc und Afrika Bambaataa – angesehen. Jeder dieser drei DJs brachte bei den zu dieser Zeit in der Bronx populären Park Jams, die den Grundstein der Kultur legten, wichtige und zum Teil grundlegende musikalische Elemente und Techniken in das ein, was zu dieser Zeit noch keinen Namen trug, aber später als HipHop zur weltgrößten Jugendkultur aufsteigen sollte. Darüber hinaus konnte er zusammen mit seiner Rap-Gruppe The Furious Five Anfang der 80er auch Erfolge in der Musik-Industrie feiern und einige frühe Klassiker des Genres abliefern:

Dass Grandmaster Flash in die Entwicklung der Serie involviert ist, lässt darauf hoffen, dass hier trotz aller künstlerischer Freiheit nicht zu „kreativ“ mit seinem und dem Erbe HipHops umgegangen wurde und die Detailtreue nicht bloß auf die oberflächliche Darstellung der Geschehnisse reduziert bleibt.

Flashs Teilnahme scheint allerdings auch insofern von Nöten gewesen zu sein, da sein jüngeres Selbst auch als Charakter im Plot der 13 Episoden auftaucht (siehe Bild unten). So legt der Trailer nahe, dass die Teenager-Clique im Zentrum der Story wohl als „DJ-Jünger“ beim Grandmaster anheuert. Darüber hinaus gibt es reichlich Afros, Schlaghosen, Graffitis, B-Boys, Disco-Dancing, Gospel-Singing, Gang-Mitglieder mit Jeans-Kutten, Schießereien, besorgte Autoritätspersonen und die unvermeidliche Love-Story.

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Als Darsteller wurden u.a. auch Hipster-Ikone Jaden Smith und Breaking Bad-Bösewicht Giancarlo Esposito verpflichtet. Am Drehbuch arbeitete HipHop-Historiker Nelson George mit. Die Vorzeichen stehen also insgesamt nicht schlecht, dass hier ebenso eine für alle Zuschauerschichten unterhaltsame Serie wie auch eine respektable Auseinandersetzung mit einem wichtigen Teil der New Yorker Kulturgeschichte gelungen sein könnte.

Um sich davon zu überzeugen, ob dieses Versprechen schlussendlich eingehalten wird, muss man sich noch etwas gedulden.“The Get Down“ soll irgendwann in diesem Jahr erscheinen, ein konkretes Veröffentlichungsdatum steht derzeit noch nicht fest.